Teichfilter selber bauen: Bürstenfilter richtig planen
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Einen Teichfilter selber bauen kann sehr sinnvoll sein, wenn ausreichend Platz vorhanden ist und das System von Anfang an auf den geplanten Durchfluss ausgelegt wird. Besonders ein gemauerter Bürstenfilter ist konstruktiv vergleichsweise einfach und gut kontrollierbar.
Der entscheidende Punkt ist nicht, möglichst viele Bürsten irgendwie in eine Kammer zu hängen, sondern Hydraulik, Bürstenpackung, Filterweg und Reinigung zusammen zu planen.
Grundaufbau eines selbstgebauten Bürstenfilters
Bei einer Schwerkraftanlage strömt das Wasser aus Bodenabläufen und Skimmern in den Filter. Die Bürsten übernehmen die mechanische Abscheidung. Anschließend kann eine separate Biokammer folgen, bevor Pumpen das Wasser zurück zum Teich fördern.
Wie dicht müssen Filterbürsten stehen?
Die Bürsten sollten sich deutlich verzahnen. Zu große freie Zwischenräume erzeugen Bypass-Strömungen.
Unsere Praxiswerte:
- 100 cm lichte Filterbreite: mindestens 12 Bürsten pro Reihe
- 150 cm lichte Filterbreite: etwa 18–19 Bürsten pro Reihe
Für andere Breiten lässt sich diese Packungsdichte proportional übertragen.
Wie viele Bürstenreihen?
Die Zahl der Reihen hängt von Durchfluss, Schmutzbelastung und Filterlänge ab. Eine sehr kurze Bürstenstrecke mit hohem Durchfluss besitzt deutlich weniger Reserve als ein längerer Filterweg.
Deshalb sollte nicht nur die Gesamtzahl der Bürsten, sondern auch die Strömungsrichtung und Verteilung über die gesamte Breite betrachtet werden.
Fertige Bürstenreihen vereinfachen den Bau
Wer die Aufhängung nicht selbst konstruieren möchte, kann fertige Bürstenreihen beziehungsweise PE-Bürstenleisten verwenden.
PE-Bürstenleiste ansehen
Fertige Bürstenreihe 100 cm / 80 cm Bürsten
Fertige Bürstenreihe 100 cm / 60 cm Bürsten
DN110-Zuläufe richtig dimensionieren
Für DN110-Bodenabläufe rechnen wir in Schwerkraft als praktische Größenordnung häufig mit etwa 10–12 m³/h pro sauber geführter Leitung. Der reale Durchfluss hängt aber von Leitungslänge, Bögen, Höhenunterschieden und Verschmutzung ab.
Skimmerleitungen liegen in der Praxis häufig in einer ähnlichen Größenordnung um etwa 9–10 m³/h.
Reinigung von Anfang an mitplanen
Ein Bürstenfilter muss regelmäßig gereinigt werden. Deshalb gehören Bodenabläufe in den Filterkammern, gut erreichbare Bürsten und ausreichend Arbeitsraum zur eigentlichen Konstruktion.
Biologie separat denken
Bürsten bieten zwar Besiedlungsfläche, bei stärker gefütterten Koiteichen planen wir die biologische Filterung trotzdem separat. Eine bewegte Helixkammer ist dafür eine häufig genutzte Lösung.
Wie groß sollte der Filter sein?
Die sinnvolle Filtergröße hängt nicht nur vom Teichvolumen ab. Besonders die tägliche Futtermenge und der gewünschte Planungsdurchfluss sind wichtige Größen.
Bei unseren Planungen wird das wasserführende Filtervolumen zum Gesamtwasservolumen hinzugezählt.
Für Materialauswahl, Bürstenfilter-Zubehör und weitere Komponenten findest du zusätzlich unsere Teichbau-Einkaufshilfe bei Teichbedarf Weserbergland.
Fazit
Ein selbstgebauter Bürstenfilter kann sehr robust und wartungsfreundlich sein. Dichte Bürstenpackung, ausreichender Filterweg, passende DN110-Hydraulik und eine gut zugängliche Reinigung sind wichtiger als komplizierte Technik.